Mittwoch, Mai 16, 2007

Der Sextourist

Bangkok hat auch kein Rotlicht-Viertel. Bangkok hat mindestens 8 Rotlichtviertel (Nochmals ein bisschen Mathematik: irgendwie komisch, denn dann müsste es ja 2 Bangkoks geben, 1/4 --> 8/4 = 2, eben). Patpong, Soi Thaniya (Little Tokyo), Nana Plaza, Soi Cowboy etc. So unterschiedlich die Viertel an sich, so unterschiedlich ist auch deren Zielgruppe. Grundsätzlich richten sich diese nach der Nationalität der Klientel. Dies zeigt auch die Unmöglichkeit, DEN Sextouristen, DEN Prototypen des Konsumenten des Sexgewerbes in Bangkok zu definieren. Die sind so heterogen wie italienische Salatsauce. Apropos Italienisch: Ich komme später noch einmal darauf zurück.
Also: Die kleinen Japaner haben ihr Viertel (Japanische Restaurants, japanische Krämerläden und Sushi-Mushi-Bars), die dicken Araber und Inder haben ihr Viertel (Shisha, Humus, Shwarma und sonstiges Fleisch). Das Quartier rund um das Nana Plaza ist allerdings fest in europäischer Hand. Und darauf möchte ich auch meinen Fokus richten. Ähnlich wie im Zoo kann man hier die unterschiedlichsten Spezies beobachten, wobei drei, vier besonders hervorstechen.
Zum einen gibt es da den Typ "ärmelloser, sonnengeröteter Brite". Er hat etwa 25 kg Übergewicht und meistens das Wappen des englischen Fussballverbands auf dem Oberarm tätowiert. Man kann sich anstrengen wie man will, verstehen wird man deren Sprache nie. Jedes zweite Wort ist fucking ("fogin") oder Shit ("Scheid"). Bier, Billard und Brüste sind deren Lebensinhalt. Sie bevorzugen sehr knapp bekleidete und extrem hagere Thai-Frauen, die sie jeweils etwa einen Meter hinter sich laufen lassen.
Zum anderen gibt es den Typ "Businessman". Er ist glatt rasiert und trägt eine gefälschte Rolex, die ihm soeben ein nepalesischer Verkäufer für viel zu viel Geld aufgeschnorrt hat. Dazu wahlweise ein Lacoste oder Ralph Lauren-Polo-Shirt. Im Plastiksack hat er ein seidenes Tischtuch, das er seiner daheimgebliebenen Gemahlin als Geschenk mitbringen will. Er könnte dein Nachbar sein, er könnte dein Papa sein. Dieser Typ bevorzugt eine etwas harmlosere, "mitteleuropäischere" Variante. Manchmal trägt sie sogar Brille und der Mini kann auch etwas länger als 20 cm sein. Die beiden Turtel-Tauben laufen Hand in Hand und zumindest er scheint ein paar Schmetterlinge im Bauch zu haben. Sie nicht. Sie hat höchstens einen Schmetterling über der Brust tätowiert.
Und dann gibt’s noch den Typ "Schweizer Prolet". Das ist so ein Mensch, der beim Treppensteigen aus Prinzip immer 2 Stufen nimmt. Nennen wir ihn doch der Einfachheit halber Rolf. Der 45jährige Lokomotivführer verbringt jedes Jahr 3 Wochen im sonnigen Thailand (Bangkok, Pattaya). Schütteres Haar, Schnauz, Goldketteli, Turnschuhe (doppelt geknüpft), Handy-Etui am Gurt, und ein T-Shirt des Turnvereins Fehraltorf. Wegen seines Pornobalkens unter der Nase und der nicht getrimmten Nasenhaare hört man ständig ein Pfeifen wenn er atmet. Seine English-Kenntnisse beschränken sich auf Yes, How much?, Switzerland und Train. Er nimmt was übrigbleibt, wenn der Brite und der Businessman schon abgestaubt haben.
Und dann noch zu einem Thema, um das ich nicht herumkomme: Ladyboys (thai.: Kathoeys). Sie haben kein eigenes Viertel. Sie sind überall auf den Trottoirs anzutreffen. Vor allem aber auf den Strassen, die zu Hotels führen, welche viele Italiener beherbergen. Mama mia!




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2 Kommentare:

Blogger gnarlykitty meinte...

Ich don't understand Deutsch language!!

Mai 28, 2007 12:39 PM  
Anonymous simon meinte...

HAHA! I like!

Haste eigentlich skype?ist geiler, kann mehr, mach mal installiert!

Mai 29, 2007 1:15 PM  

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