Sonntag, März 25, 2007

Gestern wollte ich mich erschiessen

Aber leider hatte ich kein Gewehr (bin ja militäruntauglich wegen der scheiss Gasmasken, darum). Oder zum Glück. Item: Nachdem ich gegen 18’00 Uhr – immer noch verdammt verkatert – nach Hause kam, wollte ich eigentlich ein bisschen Quality Time (ohooh!) haben. Rumliegen, etwas TV schauen, bitzeli Musik hören, vielleicht etwas im Blog schreiben, Pomelo essen – chillen eben. Es kam anders:

Dutzende Ameisen hatten sich einen Weg zu meinem Laptop gesucht. Von einem Spalt in der Wand krabbelten die Biester in Richtung Laptop. Tastatur, Bildschirm, Lüftungsloch, USB-Anschlüsse. Überall waren sie. Da nützt auch mein Moskito-Schläger nichts. Insekten Killer-Spray aber schon: Mein Schreibtisch sah aus wie ein Schlachtfeld zappelnder und zuckender Ameisen, bevor ich das Aas wegputzte.
Endlich chillen. Laptop starten und ein bisschen Surfen, Chatten und dazu Kyoto Jazz Massive... Nein: Mein scheiss Laptop konnte die Verbindung zum Netz nicht aufbauen. Nix Surfen, nix Chatten. Und im TV laufen nur seichte Thai-Soaps. Ruhig bleiben. Der Mensch ist ein Gewöhnungstier. Das geht schon. Immerhin hast du ja noch eine halbe Pomelo.
Nein. Auf den Gang zum Kühlschrank folgte die böse Überraschung: Da ich wegen des Whiskys am Vorabend dermassen einen am Sender hatte, und vergass, Wasser zu kaufen, vertilgte ich vor dem Schlafen gleich die übrige Hälfte der scheiss Pomelo, um zu Flüssigkeit zu kommen. Also, auch keine Pomelo.
Das ist so ein Moment, wo man langsam, aber sicher an sich selbst, am Sinn des Lebens und am Leben allgemein zweifelt. An starken, stabilen Persönlichkeiten (als solche ich mich unter normalen Umständen bezeichne) prallen derartige Geschehnisse ab, wie an einer beschichteten Pfanne (darum hab ich ja auch den Übernamen „Teflon“). Ab, auf den Balkon, eine Zigi rauchen und dann aufs WC. Man raucht und spült sich sozusagen die Probleme weg.
Und dann ist mir auf dem Häuschen noch das WC-Papier ausgegangen. Ich war grad mittendrin (way too much information? I don’t give a shit). Genug ist genug. Das war auch für Mr. Teflon zuviel. Da war der Augenblick, in dem ich mich erschiessen wollte. Ich suchte apathisch nach einem Gewehr, wohlwissend, dass ich keins hatte. Oder eben: Zum Glück.

Heute geht’s mir schon wieder gut und mein Todeswunsch ist davon geflattert wie ein Schmetterling. Keineswegs erwarte ich jegliches Mitleid. Solche Sachen passieren allen. Ich wollte mich nur mal mitteilen und – nach meiner gestrigen Psychose – heute als Ausgleich wiedermal meine Profilneurose ausleben. Damit liege ich doch irgendwie im Trend, nicht? Und vom eigenen Sturmgewehr Gebrauch zu machen ist ja auch angesagt, hab ich kürzlich gelesen.


Labels:

5 Kommentare:

Blogger Nina in Thailand meinte...

tja, hetsch halt nach pattaya sölle cho... ;-)

März 26, 2007 12:51 PM  
Anonymous Sarah Slaviero meinte...

Hallo Sternzeichezwillling...also ned Zwilling als Sternzeiche, sondern glich halt wie ich...naja, du chunsch scho drus.
Han vo dim Ufenthalt ganz wiit weg erfahre und nur welle en Gruess schicke übers wiite wiite Web.
Alles Liebi
Sarah

P.s. und gib Bscheid wänn mer dir mal söll WC Papier schicke...

März 26, 2007 9:01 PM  
Anonymous Brüeder meinte...

"Quality Time": Du liesisch zviel MvH (Weltwoche).

Wenn chonnt eigentlich dis Darfmandas?

März 27, 2007 5:42 PM  
Blogger Gabriel meinte...

Stimmt scho, aber so isch das halt.
Chunnt "irgendwann im Frühjahr". Welles Jahr au immer.

März 27, 2007 6:01 PM  
Blogger Gabriel meinte...

Wobei, das stimmt auch nicht ganz. Aufgeschnappt hab ich dies letzthin bei einem Hi-So-Typen, mit dem ich Pool spielte. ER redete von Quality Time, Dining, Wining, Lounging und namedroppte mit Celebs wie Naomi Campbell und Kate Moss - classy eben. Anyway, see you.

März 27, 2007 6:22 PM  

Kommentar veröffentlichen

Abonnieren Kommentare zum Post [Atom]

<< Startseite